Volkssport Eisstockschießen

Herkunft des Eisstockschießens

Vor allem in den Alpenländern ist das Eisstockschießen eine weit verbreitete Sportart. Die ersten Hinweise auf diesen Sport entstammen dem 16. Jahrhundert. Gleichzeitig tauchten in den Niederlanden Angaben darüber auf. Doch ist anzunehmen, dass Reisende die Idee für dieses Spiel im Alpenraum aufgriffen und in Holland verbreiteten. Noch vor Beginn des 19. Jahrhunderts kam es zu ersten Vereinsgründungen, im Jahr 1951 wurde der erste Europameister gekürt, 1983 stand der erste Weltmeister fest. Zur olympischen Disziplin ist das Eisstockschießen trotz dahin gehender Bemühungen noch nicht geworden.

Ziel und Wettkampfregeln beim Eisstockschießen

Beim Eisstockschießen geht es darum, ein 25 Meter vom Abwurfpunkt entfernt liegendes Ziel, als Daube bezeichnet, zu treffen bzw. den eigenen Eisstock so nah wie möglich daran zu legen oder dieses Ziel günstig zu verschieben. Die Daube befindet sich in einem 3x6 Meter großen Zielfeld und besteht aus einer Hartgummischeibe mit einem Durchmesser von 12 Zentimetern. Bewegt sie sich aus dem Zielbereich heraus, wird sie auf ein in der Mitte befindliches Kreuz zurück gelegt. Dort ist sie zu Beginn jedes Spiels und jeder Kehre platziert. Eine Kehre ist vergleichbar mit einem Satz im Tennis, sechs Kehren bilden ein komplettes Match. Vier Spieler pro Team haben je Kehre jeweils einen Eisstock zur Verfügung. Nach den insgesamt 8 platzierten "Würfen" wird ausgewertet, wieviele Eisstöcke der einen Mannschaft näher zur Daube liegen als der bestplatzierte der anderen. Danach richtet sich die Punkteverteilung. Pro Kehre kann immer nur ein Team punkten.

Technische Vorgaben

Das Wurfgerät beim Eisstockschießen besteht aus einem Stockkörper aus Metall, dem Stiel sowie unterschiedlichen Laufsohlen. Insgesamt weist es ein Gewicht von 4,8 bis 5,7 Kilogramm auf. Gespielt wird auf Eisbahnen, aber auch auf Kunststoff oder Asphalt. Sind die Laufsohlen für eisigen Untergrund aus Gummi, so bestehen sie bei z. B. Asphalt aus Kunststoff. Über die Variierung der Mischung der im Fachjargon "Platte" genannten Lauffläche ist es möglich, die Laufgeschwindigkeit, in Abhängigkeit von der Wurfstärke, zu beeinflussen. Für Eisstöcke, die nah an die Daube platziert werden sollen, bieten sich weiche Mischungen an. Kraftvolle Würfe erfordern zum Abschuss eines gegnerischen Eisstocks eine schnelle, also harte, Platte.