Rennrodeln: Beginn und Entwicklung

Die Sportart Rennrodeln rückt eigentlich immer nur während der Olympischen Winterspiele ins Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit, wenn Rodel-Athleten die Nation im Medaillenspiegel aufwerten. Dabei wird dieser Sport schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts ausgeübt, zuerst in der Schweiz mit Holzschlitten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde eine erste Kunst-Rodelbahn angelegt und 1964 wurde das Rennrodeln als eigenständige olympische Disziplin angeboten.

Regeln beim Rennrodeln

Rennrodeln wird grundsätzlich auf Kunsteisbahnen ausgeübt. Der Fahrer liegt auf dem Rücken und lenkt den Schlitten durch seine Körperhaltung. Ziel ist eine möglichst flache Körperhaltung, um möglichst geringen Fahrtwiderstand zu erzeugen. Der Schlitten hat eine Spurbreite von 45 cm und eine Länge zwischen 1,24 und 1,50 m. Das Gewicht ist auf 23 kg bei Einsitzern bzw. 27 kg bei Zweisitzern festgelegt. Skeleton (der Fahrer liegt auf dem Bauch) und Bobfahren sind verwandte Sportarten.

Wo wird Rennrodeln trainiert?

Es sind weltweit nur wenige Kunsteisbahnen für das Rennrodeln angelegt worden. Vier davon stehen in Deutschland, zwei in den Vereinigten Staaten, andere Länder wie Österreich, die Schweiz, Frankreich, Lettland und Japan verfügen nur über eine einzige Trainingsmöglichkeit. Die deutschen Standorte sind Altenberg in Sachsen, Oberhof in Thüringen, Winterberg im Sauerland und Königssee in Bayern. Eine Bahn wird durch ihre spezifische Länge, Kurvenzahl, ihr Gefälle, die Höhenunterschiede, die Kurvenradien und die bisher gefahrene Höchstgeschwindigkeit charakterisiert. Auch die Ausstattung der Startanlage und die Länge der Bremsstrecke sind Kriterien für die Qualität einer Kunsteisbahn.

Wer praktiziert Rennrodeln?

Die Athleten gehören den Vereinen an, die an den Kunsteisbahn-Standorten aktiv sind. Alle Vereine sind im Bob- und Schlittenverband für Deutschland e.V. (BSD) organisiert. Die Spitzensportler werden in vielen Fällen vom Staat gefördert. Je nach Talent und in internationalen Wettbewerben erreichten Erfolgen werden die Rennrodler in Leistungs-Kader aufgeteilt.

Welche Disziplinen und Wettbewerbe gibt es beim Rennrodeln?

Rennrodel-Sportler vergleichen ihre Leistung in internationalen Meisterschaften und bei den Olympischen Winterspielen. Es gibt dabei nur drei Disziplinen: Einzelsitzer Männer, Einzelsitzer Frauen und Doppelsitzer Männer. Nicht zuletzt wegen der exzellenten Trainingsmöglichkeiten fällt etwa jede zweite internationale Meisterschafts-Medaille an deutsche Athleten, gefolgt von österreichischen und italienischen Rennrodlern.